Trost in schweren Zeiten



Das Singen bei Beerdigungen hat in unserer Kirchengemeinde eine lange Tradition.
 
Vermutlich sang schon in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts der Kirchenchor zum Trost und Beistand bei  Trauerfällen. Damals gab es noch keine Aussegnungshalle und der Verstorbene wurde von zu Hause aus mit Gesang und Glockengeläute zur letzten Ruhe geleitet. Noch heute erzählen die Älteren den Jüngeren von diesen Erlebnissen. Meist übernahmen die verschiedenen Schullehrer des Orts die Leitung. Ehrenamtlich – versteht sich! Im Lauf der Jahrzehnte veränderte sich der Chor. Es bildete sich aus Kirchenchor, Gesangverein und anderen sangesfreudigen Frauen beider Konfessionen der Beerdigungschor, wie er sich heute präsentiert. Nun singen statt des gemischten Chores 25 "gestandene" Frauen mehrstimmige Lieder zum Trost der Trauernden. Vor jeder Beerdigung treffen sich die Sängerinnen mit ihrer Leiterin zum Proben der Lieder, die sich die Angehörigen ausgesucht haben. Um neue Lieder zu lernen und auch Leistung zu zeigen, nehmen die "Beerdigungschörlerinnen" auch Sonderproben in Kauf. Die Sängerinnen nehmen diesen Dienst sehr ernst und wollen diese Tradition noch lange fortzusetzen. Es ist kein leichter Dienst, bei jeder Beerdigung, bei alten und oftmals auch jungen Menschen und bei jedem Wetter mit dem Geistlichen zusammen die Angehörigen zu begleiten. Nach unserer Erfahrung empfinden Angehörige und Gemeinde den gesungenen Trost als wohltuend. Am Ewigkeitssonntag (Sonntag vor dem 1. Advent) gestaltet der Chor den Gottesdienst mit. Auch dieser "Auftrag" wurde vom Chor sehr gerne angenommen. Wie jeder Chor in der heutigen Zeit muss sich auch der Beerdigungschor um neue Mitglieder bemühen.
Letzte Anmerkung der Leiterin: Trotz der immer traurigen Anlässe unseres Zusammentreffens haben wir das herzliche Lachen nicht verlernt! Auch dafür verdient dem Chor ein Dankeschön.

 

Chorleiterin
Gerlinde Holzwarth

Tel. 831446

e-mail: GuT.Holzwarthdontospamme@gowaway.t-online.de